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Tag 17 (17.06.2022): Von Berksviken nach Norrböle

 

 

 

Tageskilometer: 90,82 Km

Tageshöhenmeter: 561 Hm

Gesamtkilometer: 1.069,35 Km

Gesamthöhenmeter: 7.718 Hm

Gesamtkilometer Schiff: 47,60 Km 

 

 

 

 

 

 

🥳 HURRA!!! 🚴‍♀️

Die ersten 1.000 Kilometer sind geschafft und das Glücksarmband feiert mit!

 

Ich danke euch allen, die ihr mir folgt, tolle Kommentare in meine Blog schreibt und mein Projekt unterstützt - DANKE

 

Bevor ich vom heutigen Tag erzähle, noch ein Hinweis: In Kapitel 1-->Tag 3 gibt es jetzt ein Video wie ich aus der Kong Harald auschecke und wie ich die ersten Meter in Havøysund alleine meine Tour beginne.


Nach dem Frühstück, das ja bekanntlich keines ist in diesem Arbeiterwohnheim, packe ich meine 7 Sachen und fahr los.

 

Davor gibt's natürlich noch Sonnencreme und Mückenspray. Beim Mückenspray bin ich vorsichtig. Ich sprühe es nicht auf die Stirn, damit nichts mehr in die Augen tropfen kann. Das Zeug ist so ätzend, dass ich wieder Hustenreiz habe. Ich glaube drei Pumpstöße auf die Nase eines Stiers und er geht auf die Bretter. Aber mich lassen die Biester in Ruhe - klarer Daumen nach oben!

 

Den Straßen fällt nichts anderes ein als schon die ganz Zeit. Sie sind lang und länger. Mir fällt nichts besseres ein als den Straßen zu folgen; auch lang und länger. Die einzige Abwechslung, die es jetzt gibt, ist, dass die Straßen teilweise noch eine halbe Spur rechts von der eigentlichen Fahrbahn haben. Die ist dafür da, dass langsamere Fahrzeuge mal kurz rechts rüber fahren, um schnelleren Fahrzeugen das Überholen zu erleichtern. Ob das jeder immer im Rückspiegel im Blick hat und man das bei der nicht vorhandenen Verkehrsdichte wirklich braucht?


Schnell habe ich wieder meine geliebte Ruhe ohne Verkehr aber mit Bullerbü-Ambiente. Mehr oder weniger große Bauernhöfe, die im typischen Falunrot gestrichen sind, ruhig dahinf ließende Flüsse und riesige Wälder mit zumeist Birken begleiten mich links und rechts der Straße. Was will man mehr?

 

Ich will mehr Service! Bekannterweise pedaliere ich ja mit einem Premium-Fahrrad einer sogenannten Premium-Marke in der Gegend umher. Nicht nur das! Für das Fahrrad habe ich auch einen sogenannten Customer Care-Service abgeschlossen, der mir 7x24-Support, kostenlose Reparatur und Unterbringung in einem Hotel, solange es in der Werkstatt steht, kostenlosen Heimtransport bei Unfall und Ersatzbeschaffung bei Diebstahl garantiert. Schließlich ist ja ein Chip im Fahrrad verbaut, der dem Fahrradhersteller und mir jederzeit die Position des Fahrrads meldet. Ich kann es darüber hinaus noch elektronisch abschließen. Dann würde der Chip mir sofort melden, wenn das Fahrrad bewegt wird. Hab ich schon erwähnt, dass das Ganze natürlich nicht für Hosenknöpfe sondern nur gegen harte Euros zu haben ist?

 

Das Fahrrad ist toll. Naja, dass mal eine Schraube an der Sattelklemme abreißt, mag schon mal vorkommen. Aber wie schon erwähnt, habe ich zwei Tage nach meiner Meldung des Problems beim Customer Care-Service angerufen, nachdem sich keiner gemeldet hat.

 

Vor fünf Tagen melde ich dann an den Customer Care-Service, dass der Chip seit zwei Tagen keine Standortveränderung mehr aufzeichnet. Laut Chip steht das Fahrrad stand heute also immer noch dort, wo ich vor 7 Tagen war. Die Fahrten werden natürlich auch nicht aufgezeichnet. Nach drei Tagen denke ich mir: "Ruf doch die armen überlasteten Mitarbeiter vom Customer Care-Service mal an und erkunde dich, wie es ihnen geht." Leider hat das nicht geklappt, weil laut der Dame am Telefon alle (!) in einer Schulung wären und vor Montag niemand erreichbar ist. Da ist mir die Hutschnur geplatzt, wie der voll aufgepumpte Schlauch bei meiner Zeitfahrmaschine. Ich habe dann mal eine böse eMail and den Customer Care-Service losgelassen, ob sich mal jemand bequemen mag, sich um mein Problem zu kümmern. Es ist ja schließlich so, dass wenn der Chip nicht mehr die aktuelle Position des Fahrrads mitteilt, wir alle nicht mehr wissen können wo es ist, falls es gestohlen würde.

 

Heute ruft mich dann einer freundlicher Herr vom Customer Care-Service an und entschuldigt sich; kann ich gut d'rauf verzichten. Ich will keine Entschuldigungen, sondern Lösungen! Ich erkläre dem guten Mann, dass auch wenn das Bike gegen Diebstahl versichert ist, ich gerne nur ungestört meine Tour fahren möchte - und sonst nix! Das kapiert er - schau, schau! Er sagt mir zu, dass er eine Ferndiagnose und, wenn möglich, Reaktivierung des Chips veranlassen wird. Wenn schon mal einer was veranlassen wird, anstatt es selbst zu tun, krieg ich schon erhöhte Temperatur. Nachdem nach drei Stunden immer noch nichts passiert war, rufe ich nochmal an. Die Dame am Telefon sagt mir, da wäre heute keiner mehr da. Bei einem vertraglich zugesicherten 7x24-Support ist keiner mehr da? Ich deute gegenüber der Dame nur höflich an, was ich von ihrem Saftladen, der eigentlich ein Premium-Fahrradhersteller sein möchte, halte👹. Ich werde das Fahrrad, solange das Problem nicht gelöst ist, jetzt immer mit ins Bett nehmen. Heute schlafe ich im zweite Stock. Mein lieber Schwan, da trägt ja jeder Bräutigam seine Holde lieber über die Schwelle als ich diesen Eisenhaufen ins Zimmer😤.

Die 90 Kilometer heute sind wie im Flug vergangen und ich komme schon am späten Vormittag an. Leider ist mein Zimmer noch nicht fertig.

 

Macht nix. Bisher hat sich Schweden ernährungsmäßig als ziemlich einseitig gezeigt, entweder Burger oder Pizza. Gut, vorgestern gab's mal eine Art Pasta Carbonara. Also, gehe ich los und was wird's? Genau, zur Abwechslung wieder mal ein Burger. Es gibt zwar andere Restaurants in der Nähe, aber die öffnen alle erst am Abend. Da werde ich dann mal für ordentlich Abwechslung in der Magengegend sorgen.

 

Das Hotel ist schön, die Dame sehr freundlich und hilfsbereit. Sie bietet mir an, das Fahrrad im Hotel in die Abstellkammer zu stellen. Da steht es jetzt auch mit diversen Stühlen und Ventilatoren und fühlt sich wohl, ich übrigens auch!

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Kommentare: 5
  • #1

    Claudia (Samstag, 18 Juni 2022 06:51)

    Lieber Wolfgang,
    Glückwunsch zum 1000. km! Hurra! ��
    Aber so was Blödes mit dem Radlversicherer, hoffentlich kriegen die den Chip schnell wieder aktiviert und überhaupt ihren 24/7-Service�
    Schließlich sollst du doch deine Tour inkl. Blog mit deinen Erlebnissen für dich und uns sicher fortführen können!
    Ich drücke dir (und deiner Leserschaft) die Daumen ��. Liebe Grüße! Claudia

  • #2

    Harry (Samstag, 18 Juni 2022 10:59)

    Servus Wolfi, lass dich von solchen Unannehmlichkeiten wie 24/7 nicht beeinflussen und lächle einmal mehr darüber. Genieße weiterhin diese wunderbare Tour. Jeden Morgen freu ich mich über Deinem Blog wenn ich diesen nicht schon am Abend lese. Irgend wann läuft mein Drucker zu Hause heiß, denn meine Mama möchte Deinen Blog lesen und die dazugehörige wunderschönen Bilder dazu ansehen. Viele Grüße von Ihr und mach weiter so.
    Liebe Grüße! Harry

  • #3

    Wolfi (Samstag, 18 Juni 2022 19:40)

    Servus an alle,
    vielen Dank für euere lieben Kommentare!
    @Harald: Sag bitte deiner Mama liebe Grüßem von mir!

  • #4

    Andi (Dienstag, 21 Juni 2022 07:57)

    7x24 kommt mir doch bekannt vor: man bezahlt für ein Versprechen, das nur all zu oft gebrochen wird weil am anderen Ende letztendlich auch Menschen sitzen die irgendwann Feierabend machen oder sich sich nicht teilen können. Der Support zeigt Reue, gelobt Besserung und kassiert schon mal den nächsten Jahresbeitrag. Ein Geschäftsmodell, das vor allem bei gutgläubigen Europäer zu funktionieren scheint.
    Die meisten Menschen sind gut, hilfsbereit und wollen nichts Böses - der beste Support überhaupt �

  • #5

    Wolfi (Dienstag, 21 Juni 2022 19:59)

    Servus Andi,
    darum behalten wir uns unsere Bodenständigkeit. Auf uns kann man sich verlassen�.