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Tag 26 (26.06.2022): Von Enånger nach Gävle

Tageskilometer: 118,55 Km

Tageshöhenmeter: 587 Hm

Gesamtkilometer: 1.785,96 Km

Gesamthöhenmeter: 13.466 Hm

Gesamtkilometer Schiff: 47,60 Km

 

Im Gegensatz zum vorgestrigen Abend war der gestrige nicht ganz so ruhig. Gegen 19:30 Uhr trifft noch eine Familie mit 4 kleinen Kindern ein, und die machen ordentlich Radau in dem alten und hellhörigen Holzhaus bis ca. 22:00 Uhr.

 

Ich schlafe trotzdem ein, bin aber um 5:00 Uhr wieder wach. Bis um 5:45 Uhr quäle ich mich eigentlich schon hellwach im Bett herum. Dann ist aber Schluß. Ich mache meine Morgentoilette und hole mir dann danach meine liebevoll hergerichtete Frühstücksbox aus dem Kühlschrank. Eine Stunde später bin ich bereit zur Abfahrt.

 

Kurz vor der Abfahrt überlege ich mir noch, sozusagen als Revange für den gestrigen Abend, einen Kochtopf und einen Kochlöffel aus der Küche zu holen, um mich von der Familie mit Ihren 4 Kindern noch mit einem gebührenden Trommelwirbel🥁 zu verabschieden. Aber ich verwerfe die Idee - lustig wär's schon gewesen😱🥳.

 

Bei strahlendem Sonnenschein und 20o C fahre ich los. Und was ist los? Es ist nichts los. Nach 45 Minuten überholt mich das erste Auto. Verkehr findet praktisch nicht statt. Ich fahre durch kleinere Ortschaften und sehe, dass in den Gärten auf den Tischen teilweise noch die Überreste der gestrigen Gelage rumstehen - Wein, Sekt, Schnaps, Bier und das nicht zu wenig. Teilweise liegen Bierdosen und Pizzakartons auf der Straße. Die Schweden haben offensichtlich nahtlos da weitergemacht, wo sie am Vortag aufgehört hatten. Tja, die einen feiern Mittsommer mit Tanzen und Singen und die anderen so, dass es sogar an Mittsommer ordentlich finster wird🤯😫. Dabei hat Karl Valentin schon gesagt: "Saufts ned so vui - trinkts lieber a Bier!"

 

Die Straßen machen den ganzen Tag mehr oder weniger dasselbe wie weiter oben im Norden auch. Sie zeigen mir, dass sie ganz schön lange gerade sein können.


Landschaftlich tut sich recht wenig auf diesen kilometerlangen Straßen; einmmal ein einsames Gehöft, mal eine einsame Hütte an einem riesigen See.

 

Eines ist allerdings ganz anderes als bisher. Heute ist der erste richtig heiße Tag mit Temperaturen bis zu 33o C. Als das noch nicht ausreichen würde, bläst auf der gesamten Strecke ein sehr starker Wind aus südöstlicher Richtung. Genau in die Richtung fahre ich. Mein Mund ist tändig trocken und meine Lippen werden durch den salzigen Seewind langsam spröde. Zum ersten Mal trinke ich meine 4 Trinkflaschen total leer. Für die Lippe gibt's heute Abend richtig fett Lippenbalsam.


Ich komme wieder mal gut in Gävle an, wenn ich auch merke, dass ich heute knapp 120 Kilometer bei recht schwierigen Bedingungen gefahren bin. Nach der Ankunft im Hotel 2Home brauche ich gleich nochmal ein Wasser. Die freundliche Dame an der Rezeption jammert über die Hitze.

 

Nachdem sie mitbekommen hat, dass ich mit dem Fahrrad da bin, ist es für sie selbstverständlich, dass ich das Gespann in der Tiefgarage abstellen darf. Da Schaut die Ducati ziemlich schlecht aus neben meinem schnittigen Dreiachser.

 

 

 

Die Dame empfiehlt mir noch das Restaurant Trivs am Centralplan vis-à-vis vom Bahnhof. Dort bekäme ich beim Vorzeigen der Zimmerkarte 10% Rabatt.

Meine Reparaturversuche bei meiner Packtasche waren leider nicht von Erfolg gekrönt. Die Verklebungen mit dem Tape haben sich leider gelöst und so muß ich mich wohl um einen Ersatz für dieses Sch..ßgl.mp d.s v.rr.ckts. umschauen. Wenigstens ist sie weiterhin wasserdicht.

Nach dem Duschen schlendere ich los. Der Bahnhof links, die Kirche in der Mitte, das Restaurant Trivs hinten rechts und das Trivs ist ein Volltreffer. Der coole Ober erklärt mir, dass es neben den Bieren auf der Karte immer 7 zusätzliche ständig wechselnde internationale Biere vom Faß gib - Porter, IPA, Sauerbier, Weizen, Ale, Lager und Bitter und, und, und ... gibt. Ich entscheide mich zur Feier des Sonntags für das Bitter mit 4,2%vol.. Normalerweise trinke ich untertags keinen Alkohol, aber nach diesem Tag und vorallem zu diesem Essen muss es sein. Zum Essen gibt's als Vorspeiße Garlicbread. Als Hauptgang gibt es Spaghetti mit Scampi in Weißweincreme und Cocktailtomaten, bei denen jeder Italiener auf die Knie gehen würde und "Fantastico!" ausrufen würde - die Pasta al dente, die Scampi saftig, die Weißweincreme sämig und lecker abgeschmeckt. Es war einfach ein Gedicht - basta🥖🥃🍲! Und als Zugabe gibts noch jede Menge tolle Musik aus den 80ern und 90🔊📻.

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