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Tag 67 (06.08.2022): Von Montbéliard nach Besançon

Tageskilometer: 91,00 Km

Tageshöhenmeter: 281 Hm

Gesamtkilometer: 4.252,20 Km

Gesamthöhenmeter: 28.905 Hm

Gesamtkilometer Schiff: 101,25 Km

 

Die Bayern haben Eintracht Frankfurt gestern mit 6:1 abgefertigt⚽️😀. Da kann ich ja mal ruhig schlafen😇.

 

Der Wecker bimmelt um 5:45 Uhr. Draußen ist es noch dunkel. Ich packe fertig, frühstücke und schwinge mich dann auf mein Gespann. Es dämmert schon langsam, und ruck zuck bin ich aus Montbéliard draußen auf dem EuroVelo 6. Mein Begleiter von gestern, der Fluß L'Allan (Allain) mündet in den Le Doubs (Doubs) womit dieser ab sofort mein Begleiter ist. Die Temperaturen liegen bei angenehmen 19o C und es ist sehr ruhig auf meinem Weg.


Die Schönheit der Landschaft kann es locker mit der von gestern aufnehmen. Es ist einfach rundherum malerisch und wunderschön. Flußauen, auf denen Schwäne schwimmen, wechseln sich mit Kiesbänken ab. Der Fluß meandert vor sich hin und  der EuroVelo 6 folgt ihm. Weil mir ja nichts anderes übrig bleibt, folge ich dem EuroVelo 6🚴‍♂️.

Den EuroVelo 6 muss ich an dieser Stelle näher beschreiben. Er ist offiziell ein  ausgewiesener EuroVelo, also aus dem europäischen Fahrradrouten-Netz, von denen es ja 19 Stück gibt. Das Thema EuroVelo hatte mich ja in Schweden schon heftig beschäftigt, da dort der EuroVelo 7, die sogenannte Sonnen-Route, offiziell über Autobahnen führt, was ich für mörderisch halte.

 

Der EuroVelo 6 hat den Namen Atlantik-Schwarzes Meer-Route. Er führt nämlich vom rumänischen Constanta ins französische Nantes und natürlich auch umgekehrt.

 

Er führt auf breiten Wegen, fast nie durch Straßenabschnitte unterbrochenen, an beeindruckend schönen Landschaften vorbei. Seitdem ich ihn befahre, begegnen mir Rennradfahrer, Mountainbiker, Ausflügler und ab und zu auch mal Tourenfahrer. Keiner muss sich Gedanken wegen des Straßenverkehrs machen. Ab und zu muss mal eine kleine Straße an einer der zahlreichen Schleusen überquert werden, was aber überhaupt kein Problem ist.

 

Sollte mal jemand auf die Idee kommen, in Frankreich Fahrrad fahren zu wollen, den EuroVelo 6 kann ich sehr empfehlen.

 

Übrigens kann ich nach zwei Tagen in Frankreich schon sagen, dass Rennradfahren in Frankreich kein Sport, sondern eine Lebensart ist. Mir begegnen jede Menge ältere Männer, meistens einzeln, die auf ihren historischen Rennrädern unterwegs sind. Das Land der Tour de France, dem wichtigsten Radrennen der Welt, ist einfach Rennrad-begeistert.


Ich wundere mich immer wieder, dass die Flüsse und Kanäle, an denen ich seit gestern entlang fahre mit sovielen Schleusen ausgestattet sind. Die braucht es zweifellos, damit für die Schiffe, die dort fahren wollen, der Höhenunterschied der Gewässer ausgeglichen werden kann. Teilweise sind es sogar kleine Wasserfälle, die umfahren werden müssen, aber es sind fast keine Schiffe zu sehen.

 

Die Schleusen scheinen schon sehr alt zu sein, und immer wieder sehe ich einen Mechaniker der Schiffahrtsmeisterei VNF mit seinem Auto an einer der Schleusen.


Insgesamt ist die Gegend wenig bewohnt, da der Fluß durch Ausläufer des Juragebirges fließt. Das macht ihn relativ unzugänglich, denn der Fluß ist teilweise in einige hundert Meter hohe Hügel und Felsen eingebettet. Hi und da fahre ich an einem kleinen Dorf vorbei, auf dessen Weiden Kühe auf teilweise stark vertrockneten Weiden grasen. Auf einer Weide duldet eine Kuhherde sogar einen einzelnen Esel, der interessiert schaut.

 

Die Temperaturen steigen am späten Vormittag doch wieder auf 30o C an.

Schon gegen 11:00 Uhr komme ich in Besançon an und fahre direkt zu meiner Unterkunft dem Hotel Ibis Styles. Wie der Name schon sagt ist es stylisch; eigentlich gleich wie alle anderen Ibis Styles-Hotel, in denen ich bisher abgestiegen bin.

 

An der Rezeption schlage ich mit einem freundlichen "Bonjour", gefolgt von einem "Je ne parle par français." auf. Damit haben der kleine Bayer und ich klargemacht, dass wir "Guten Tag" und "Ich spreche kein Französisch." sagen können. Die freundliche Dame an der Rezeption switcht sofort auf Englisch um; wir verstehen uns👍.

 

Mein Zimmer ist natürlich um diese Uhrzeit noch nicht bezugsfertig, wofür sich die freundliche Dame entschuldigt. Ich sage ihr, dass ich natürlich zu früh dran bin, und alles kein Problem ist. Ich kann mein Gespann derweil in einem Konferenzraum einschließen und setze mich raus auf die Terrasse. Dort sind einige Familien mit ihren Kindern am Pool. Um 12:00 uhr bediene ich mich am sogennanten Brunch-Buffet, das jetzt nicht die große Auswahl bietet. Ich werde satt, und um 18:00 Uhr öffnet ja das Restaurant.

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Kommentare: 2
  • #1

    Michael (Samstag, 06 August 2022 19:43)

    Hallo Wolfi, jetzt hast du Deutschland schon wieder verlassen. Nur gut, dass der EuroVelo 6 nicht auch über "mörderische" Autobahnen führt. Noch mal zurück zu Deutschland: Trotz deiner "Politikschelte" hat sich Deutschland auf deiner Tour m.E. recht gut geschlagen. Die vielen schönen Landschaftsaufnahmen sprechen für sich. Was das Essen betrifft, wolltest du den Koch (in Havelberg ) zwar mit einem dreijährigen Berufsverbot belegen, aber das Frühstück im Hotel-Gasthof "Zum Dallmayr" war ja das beste auf der gesamten Tour. Also das gleicht sich aus! Und das Wichtigste ist doch, dass die Freiburger Fahrradhändler alles dafür getan haben, dass du deine Tour de Chirurgie weiterfahren kannst. Dass Freiburg im Vergleich zu anderen Gegenden in Deutschland gerne mal ein paar Grad Celsius drauflegt, ist bekannt. Bleibt zu hoffen, dass es in Frankreich nicht noch heißer wird. Zumindest scheinen die Franzosen mittlerweile doch andere Sprachen akzeptieren. Ich hoffe, du bekommst deine Rücken­schmerzen in den Griff. Weiterhin alles Gute, viel Erfolg und guten Appetit im Restaurant des Ibis Styles Hotels! Michael

  • #2

    Wolfi (Sonntag, 07 August 2022 11:40)

    Servus Michael,
    der EuroVelo 6 ist einfach top!
    Die "Politikschelte" ist schon angebracht, aber es gibt eben auch viele guten Entwicklungen in unserer Heimat. Das Essen war tatsächlich bisher in Deutschland (und Österreich) das beste. Ich bin mal gespannt in Frankreich. Die Franzosen akzeptieren zwar andere Sprachen, aber sprechen sie nicht wirklich. Sie zeigen aber guten Willen, damit man irgendwie zusammenkommt. Das ist ja schon mal sehr hilfreich. Was das Essen im Ibis Styles angeht, kann ich nur sagen "Schämt euch!"
    Lass uns mal wieder telefonieren!
    Liebe Grüße