· 

Tag 69 (08.08.2022): Von Tavaux cités nach Chalon-sur-Saône

Tageskilometer: 82,10 Km

Tageshöhenmeter: 168 Hm

Gesamtkilometer: 4.400,61 Km

Gesamthöhenmeter: 29.244 Hm

Gesamtkilometer Schiff: 101,25 Km

 

Geschlafen habe ich unruhig und um 6:00 Uhr bin ich endgültig wach, bleibe aber noch bis kurz vor 6:30 Uhr liegen.

 

Als ich vor dem Frühstück das Gespann zur Abfahrt fertig mache, kommt gerade der Chef des Hauses mit frischem Gebäck dahergefahren. Insgesamt ist das Frühstück recht einfach, aber mir reichen Müsli, Kaffee und ein herrlicher frisch gebackener, gerade aus der Form gestürzter und noch warmer Biscuitkuchen völlig aus. Der Hof wirkt wie aus einem Spielfilm mit französischer Kulisse, und die Eigentümer des Domaine de la Borde sind  wunderbar herzliche Menschen.

 

So mache ich mich nach einem "Merci pour votre hospitalité" bei frischen 16o C auf den Weg. Ja, ja, der kleine Bayer und ich lernen dazu. Unser Wortschatz geht schon über Trottoir und Au revoir hinaus👍. Das auf den Weg machen dauert noch einen Moment länger, da das Navi meint, es gäbe keine Sateliten mehr🛰. Da wird doch niemand eine Cyberattacke gefahren haben🛸? Nach dem Neustart hat es sich das Navi anders überlegt und sein Gezicke aufgegeben. Na, dann können wir ja jetzt los.


Die frische Luft tut gut, und macht Lust auf das Radeln!

 

Nach einem kurzen Stück am Canal du Rôhne au Rhin (Rhein-Rôhne-Kanal) entlang begleiten mich heute ein langes Stück zu meiner Rechten der Fluß La Saône und zu meiner linke der alte Bekannte Le Doubs (Doubs). Wie gewohnt fahre ich auf dem EuroVelo 6, vom dem aus ich wunderbare Ausblicke abwechselnd auf beide Flußlandschaften habe. Beide Flüsse meandern friedlich durch die wunderschönen Landschaften, die dem Auge und dem Gemüt richtig guttun. Wieder begleiten mich Flußauen, Seerosen, Schilf und dieses Mal klares Wasser. Einige Schiffe liegen irgendwo am Ufer, wo wohl übernachtet wurde. Immer wieder sehe ich Menschen, die hier mit einer oder gar mehreren Angeln am Ufer sitzen und darauf warten, dass ein Fisch anbeißt.

 

Wenn der Weg mal eine Flußschleife abkürzt, verlaufen an meiner Seite Felder mit Mais, Sonnenblumen und Kartoffeln. Getreidefelder sind bereits vollständig abgeerntet.

Rechts der Le Doubs, der in die Saône mündet.
Rechts der Le Doubs, der in die Saône mündet.
Die Saône als breiter Strom nach Les Bordes (Saône-et-Loire).
Die Saône als breiter Strom nach Les Bordes (Saône-et-Loire).
Charolais-Rinder auf einer Weide am Ufer der Saône.
Charolais-Rinder auf einer Weide am Ufer der Saône.

In Les Bordes (Saône-et-Loire) mache ich eine Riegelpause. eine ältere, sichtlich gebrechliche Dame, die aber schick gekleidet ist, kommt auf ihren Gehstock gestützt daher, und fragt mich, ob ich Französisch spreche. Da ist sie bei mir genau an der richtigen Adresse für ein schlichtes "Non". Sie winkt mich über die Straße zu sich, nimmt mich kurz am Arm, und erklärt mir in gebrochenem Englisch, dass etwas weiter vorne am Ende der Insel der Le Doubs (Doubs) in die Saône fließt. Die ältere Dame freut sich sichtlich, als ich ihr sage, dass ich mir das anschaue. Ich bin gerührt🥰 und sie geht weiter langsamen Schrittes über die Brücke.

 

Nach wenigen hundert Metern erreiche ich die große Brücke hinter der Insel, und hier ist es mit dem Le Doubs (Doubs) dann tatsächlich zu Ende. Er fließt in die Saône.

 

Ab hier entwicklet sich die Saône schlagartig in einen großen, breiten und langsam dahinfließenden Strom. Das Land an seinen Ufern scheint fruchtbarer zu sein, da es von mehr grünen Wiesen geprägt ist, auf denen die stämmigen weißen Charolais-Rinder weiden. Diese sind mir auch schon an den Vortagen begegnet, allerdings auf vertrockneten Weiden.

 

Kurz vor meinem heutigen Etappenziel verlasse ich die Ufer der Saône, um nach Chalon-sur-Saône zu fahren.

Dort komme ich geradeso vor der großen Mittaghitze im Hotel Ibis Styles Chalon-sur-Saône an.

 

Der Empfang an der Rezeption durch einen freundlichen Herrn ist geradezu stilvoll; höflich, zuvorkommend, alle meine Fragen voraus beantwortend. Der freundliche Herr spricht gut Englisch, aber mit einem französischen Akzent, dass es mir schon in den Ohren wehtut🙉. Ich glaube die Queen wäre "Not amused", wie mit ihrer Sprache umgegangen wird.

 

Der freundliche Herr trägt mich für das Abendessen im Restaurant ein. Ich hoffe mal schwer, dass nicht alle Köche bei IBIS in einer Zentrale das Kochen lernen. Sonst springt mir der kleine Bayer spätestens heute Abend doch noch vorzeitig von der Tour ab.

 

Meine Biersommelier-Kollegin Liesl hat wenigstens ein Erbarmen mit mir. Sie würde mir über einen Express-Lieferservice eine  Schweinshax'n zuschicken🍖🥰; fragt sich nur wohin bei meinem Tempo🚴‍♂️.

 

Es ist wieder soweit! Frau Dr. Westphal hat mir die Spendeneingänge für Juli mitgeteilt. Es sind 820 Euro💶💶💶, über die ich mich sehr freue. Insgesamt sind bisher im Rahmen der Tour de Chirurgie Spenden in Höhe von 4.680 Euro eingegangen. Auch an dieser Stelle bedanke ich mich wieder einmal mehr bei allen Spendern mit einem herzlichen Dankeschön🤗🥰 für euren großartigen Beitrag! Das hilft wieder etwas mehr, dass die Stiftung Chirurgie TU München ihre Ziele verfolgen kann. Also, wer noch nicht gespendet hat oder noch etwas Geld übrig hat: Für die Stiftung Chirurgie TU München ist es gut angelegt. 

 

Tja, jetzt muss ich nochmal ein anderes Thema aufgreifen. Frau Dr. Westphal hat mich in ihrer letzten eMail darauf aufmerksam gemacht, dass Herr Prof. Friess Schwabe ist. In meinem Blogeintrag von Tag 62, als ich die Schwäbische Alb überquerte (Ich habe sozusagen beim Russisch Rolette gewonnen🤣.), habe ich auf die Besonderheiten dieses Landstriches und vorallem seiner Bewohner hingewiesen. Es ist nicht zu überhören, dass Herr Prof. Friess Schwabe ist. Herr Prof. Martignoni ist meines Wissens sogar italienischer Schwabe, was auch nicht zu überhören ist. Nachdem die beiden Herren nach München übergesiedelt und auch geblieben sind, nehme ich an, dass es ihnen hier ganz gut gefällt🍗🥨🍺⛰️🎡⚽️. Hier sind beide Herren mit ihrer herzlich fröhlichen und optimistischen Art😀🥳👍 wesentlich besser aufgehoben als auf der schwäbischen Alb. O.K., man kann zwar in München nicht mit Autos über Stoppelfelder rasen, aber das muss ja auch nicht sein😜.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0