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Tag 72 (11.08.2022): Erholungstag in Digoin

Tageskilometer: 0,00 Km

Tageshöhenmeter: 0 Hm

Gesamtkilometer: 4.486,91 Km

Gesamthöhenmeter: 29.909 Hm

Gesamtkilometer Schiff: 101,25 Km

 

Marie hat mir am Vortag dankenswerterweise meine Wäsche gewaschen. Jetzt bin ich wieder für mindestens 10 Tage gerüstet.

 

 Zum Frühstück gesellen sich Stépane und Marie zu mir. Wir reden über alle möglichen Themen. Stéphane erzählt mir wie abwechslungsreich Frankreich ist. Der Norden ist ganz anderes wie der Süden; Mensch wie Natur. Die Küsten im Norden sind schroff und felsig, im Süden gibt es teilweise 50 Kilometer lange Sandstrände. Frankreich hat 6 große Gebirge (Alpen, Pyrinäen, Jura, Ardennen, Vogesen und das Zentramassiv) mit großen Skigebieten und Küsten an 4 Meeren (Nordsee, Ärmelkanal, Atlantik, Mittelmeer). Darauf, dass das eine oder andere mit anderen Ländern geteilt werden muss, wollen wir an dieser Stelle mal nicht näher eingehen⛔️. Mit einem Lachen meint Stéphane, dass Frankreich das schönste Land der Welt ist. In den Urlaub geht's im September vom schönsten Land der Welt aus nach Griechenland🤭; da ist es auch schön. Dass die Franzosen so schlecht in ausländischen Sprachen sind, macht Stéphane an den Lehrern fest; es würde aber gerade bei den jungen Leuten immer besser. Weitere Themen, die ich bisher bei all meinen Aufenthalten gehört habe, sind Migration, Elektromobilität und Klimawandel. Stéphane hat dazu klare Meinungen, die sich ziemlich mit denen der Menschen decken, die ich bisher auf meiner Tour getroffen habe.

 

Auf alle Fälle zeigt sich wieder einmal mehr, dass ich die interessantesten Begegnungen habe, wenn ich in privaten Unterkünften Station mache. Da erfahre ich hautnah, was die Leute bewegt und was sie sich wünschen.

 

Die Zeit hier im instant de liberté ist schön. Es ist alles einfach ohne Schnick-Schnack, aber witzig und kreativ. Die Lage ist sehr ruhig, und die Gastgeber Stéphane und Marie sind herzlich und machen alles, dass es mir gutgeht. Was will ich mehr?!

 

Ansonsten nutze ich den Tag, um bei der Affenhitze einfach auszuruhen, obwohl es mich schon wieder in den Beinen kribbelt, weiterzufahren.


Zum Abendessen bin ich gestern nach Paray-le-Monial, dem zweitwichtigsten Wallfahrtsort nach Lourdes in Frankreich, gefahren. Die einfache Strecke betrug 10 Kilometer, aber selbst um 17:30 Uhr war es heiß genug, dass ich bei lockerer Fahrt ins Schwitzen kam.

 

Es wimmelt nur so vor Touristen. Die Menschen zieht es zur ehemaligen Prioritätskirche Sacré Coeur.

 

Ich schlendere ein wenig durch den Ort. Auf der Suche nach dem ultimativen französischen Gaumenschmaus schaue ich mir die Speisekarten vor den Brasserien an. Egal wo ich schaue, es stehen jeweils drei Vorspeisen, Hauptspeisen und Nachspeisen oder ein Menü und ein Junioren-Menü auf den Speisekarten. Das würde ja schon ausreichen, wenn es denn auch ein Gaumenschmaus wäre. Auch ohne meine ausgereiften Französischkenntnisse ist mir klar, dass das alles keine kulinarischen Highlights sind, die angeboten werden. Am besten gefällt mir noch das Angebot in der Brasserie Le 1900. Ich wähle Gazpacho, Steakwürfel am Spieß mit Pommes Frites und Salat und ein Eiweißsoufflet mit Vanillesoße.

 

 

Die Gazpacho ist gerade das Richtige für heiße Sommertage und ist sehr lecker; Tomate, Gurke, geröstete Croutons, Basilikumöl und ein Klecks Sahne und alles wunderbar eisgekühlt. Für den Hauptgang habe ich die Steakwürfel medium bestellt. Diese sind außen stark gegrillt, aber innen komplett roh. Die Pommes Frites sind weich und lapprig. Der Salat wäre nicht schlecht mit dem French Dressing, hätte der Koch nicht noch unnötigerweise Balsamicocreme darüber gegossen. Das Eiweißsufflet mit Vanillesoße ist dagegen wieder sehr fein; cremig, fluffig und mit einer feinen Vanillesoße. Auf der Skala von 1 bis 10 gibt's maximal eine 5. Hey, wo bleibt die Kreativität. Steakwürfel mit Pommes Frites und Salat sind ein Allerweltsessen, das man auch noch wesentlich besser zubereiten kann.

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